Endlich Ruhe!

31 08 2009

Von draussen dringt nur das Rascheln des Grünzeugs im Wind durchs offene Fenster. Ab und zu zwitschert ein Vöglein, irgendwo bellt ein Hund. Aber endlich! Keine quäkenden Lautsprecherwagen mehr! Keine Megafone, keine Hymnen, kein „arigatou gozaimasu“ mehr!

Seit mindestens einem Monat fuhr hier jeden Tag ein Auto von Jiminto, Minshito oder der bekloppten Glücksrealisierungspartei (eine politische Sekte) vorbei, bedankten sich Lautstark bei allen und jedem, begrüßten alle, winkten unermüdlich und machten überhaupt viel Trara. Da lobe ich mir den Plakatwahlkampf in Deutschland, der zwar das Strassenbild verschandelt, von dem man aber wenigstens zuhause verschont ist.

Der Wahlkampf ist also vorbei, die Würfel sind gefallen. Das Ergebnis ist alles andere als eine Überraschung: Die Regierungspartei Jiminto (Liberaldemokraten) hat ordentlich auf den Deckel bekommen, die Demokratische Partei (Minshito) ist der strahlende Wahlsieger und wird die neue Regierung stellen. Überraschend ist aber weniger der Regierungswechsel, auch wenn es (fast) der erste seit einem halben Jahrhundert ist. Überraschend ist die Deutlichkeit, mit der die Liberaldemokraten verloren haben. Von den vormals 300 Parlamentssitzen, die nach einfachem Mehrheitswahlrecht vergeben werden, kommt die Ex-Regierungspartei nur noch auf 119. Sogar in Liberaldemokratischen Hochburgen oder da, wo politische Schwergewichte wie ehemalige Premierminister angetreten waren, konnte die Demokratische Partei die Mehrheit der Stimmen für sich gewinnen.

Die Unzufriedenheit mit der Regierung muss sehr gross gewesen sein, denn wirklich groß scheint das Vertrauen in die Demokraten nicht zu sein. Immerhin gab es vor einigen Monaten einen handfesten Parteispendenskandal, der den mächtigen Parteichef der Demokraten Ozawa zum Rücktritt zwang. Ozawa war früher übrigens Parteichef bei den Liberaldemokraten, und hat offenbar sehr gute „Beziehungen“ zu Bürokratie und Kapital. Und Ozawa, da sind sich alle einig, zieht die Fäden hinter  dem designierten Premierminister Hatoyama (der übrigens aussieht wie ein Frosch). Deswegen wird der Regierungswechsel wohl kaum einen Politikwechsel zur Folge haben. Also: Raider heisst jetzt Twix, sonst ändert sich nix. Wenigstens dahingehend kann man sich in Japan richtig zuhause fühlen.





Unsanftes Erwachen

11 08 2009

Heute morgen wurde ich aus dem Schlaf gerüttelt – von der Erde. Einem leichten Zittern, ein bisschen als würde man auf einer Brücke stehen und ein riesiger Lastwagen an einem vorbeifahren, folgte ein richtiges Schwanken der Welt. Die Schiebetüren klapperten zunächst, und schepperten dann richtig. Sofort war ich Hellwach, nach 10 Sekunden war der Spuk vorbei. Yuko machte den Fernseher an, wo ein Sprecher schon das Epizentrum (in Shizuoka, zwischen hier und Tokyo, also nicht so besonders weit) und die Magnitude vorlas (Im Epizentrum 6, bei uns 4)  sowie eine Tsunamiwarnung ausgab. Das sah so aus:

Heute Morgen wurden dann im Fernsehen die Schäden dokumentiert. Der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen zwischen Tokyo und Nagoya steht still, weil die Gleise nach Schäden untersucht werden müssen. Eine Autobahn ist ein Stückchen abgerutscht, einige Scheiben zu Bruch gegangen, in Shizuoka (wo das Epizentrum lag) wurden einige Gebäude beschädigt. Shizuoka ist ohne Strom und Wasserversorgung. Ausserdem gab es eine Handvoll verletzte.

Am Abend zuvor liefen im Fernseher noch die massiven Zerstörungen eines Unwetters ein ganzes Stück weiter südlich. Der Taifun Nummer 9 (die Taifune bekommen hier keine poetischen Namen, sondern werden ganz profan durchgezählt. Normal sind ca. 20 pro Saison.) hatte das Unwetter vor sich hergetrieben, und in der Gegend wo es am schlimmsten war fiel die durchschnittliche Regenmenge eines Monats in einer Stunde. Eine Frau berichtete, der Regen habe sich wie ein Wasserfall angefühlt. Bäche wurden zu reissenden Strömen, Häuser wurden weggeschwemmt. Auf dem Weg zu den Evakuierungsstellen sind einige ältere Leute und Kinder weggeschwemmt worden. 13 Tote waren gestern bestätigt, weitere 10 wurden noch vermisst.

Der Taifun war auf dem Weg zu uns. Für heute wurde gestern hier 200mm Regen vorausgesagt. Heute morgen dann die Entwarnung: Der Taifun hat sich ein Stück weggedreht und tobt sich wohl über dem Pazifik aus.

Mit ein bisschen Pech kann es also durchaus passieren, dass dir ein Taifun das Dach vom Kopf weht, die Springflut dein Fundament unterspült und gleichzeitig ein Erdbeben die Wände umkippt. Ich frage mich wie man auf die Idee kommt in einem solchen Land Atomkraftwerke zu bauen!?

Das heute Nacht war mein zweites Erdbeben hier, das erste war allerdings sehr leicht. Ich habe mich früher gefragt, wie das so ist. Jetzt weiss ich es. Die größte Sorge ist, dass das Haus zu schaden kommt, oder sogar einstürzt. Das Haus, diese Schale, die einen vor der feindlichen Natur schützt. Ein Panzer, immer da, immer sicher. Eine schlimme Vorstellung, seinen Lebensraum durch eine Naturkatastrophe zu verlieren. Ich bin froh dass nichts passiert ist, und ich bin in Gedanken bei allen, die durch eine solche Katastrophe so vieles verloren haben.





Nur kurz: Projekt fertig!

5 08 2009

Ich habs endlich geschafft: Meine Website ist fertig, ich kann jetzt mit Fug und Recht behaupten, AS3 und Papervision (muss man beides nicht kennen ;) ) zu können. Ganz fertig ist die Seite noch nicht, ein paar Sachen müssen noch gemacht werden. Aber der Hauptcontent steht, und das is das wichtigste.

Über Feedback freu ich mich natürlich!

Hier is das Ding:

www.ravemotion.de

Da ich jetzt wieder zumindest ein bisschen mehr Zeit habe werd ich hier auch bald wieder ein paar neue Berichte aus Fernost reinstellen :)





Regenzeit, Tierwelt, Projekt.

9 07 2009

Regenzeit. Schwül. Klebrig. Ein T-Shirt hält nur einen halben Tag. An Fahrradtouren oder ähnliches ist garnicht zu denken! Es regnet fast jeden Tag, mal mehr, mal weniger, mal morgens, mal abends, mal den ganzen Tag. Mit etwas Glück ist ein Tag in der Woche regenfrei, und trotzdem sauheiß. Und so geht das hier jedes Jahr für 2 Monate!

Während sich die menschlichen Bewohner Japans damit abgefunden haben, freut sich die Pflanzen- und Tierwelt nen Keks. Die Stärke der Regenfälle hat direkte Auswirkung auf die japanische Ökonomie. Fällt zuwenig Regen, ist die Reisernte mies, und an der Reisernte hängt in diesem doch so industriellen Land verdammt viel. Die Stadt mag noch so gross sein, normalerweise muss man nicht weit rausfahren um Reisfelder zu finden. Stadt und Land sind hier nicht unbedingt Gegensätzlich, vielmehr beflecken sie sich gegenseitig. Und in den Essschälchen ist Reis noch viel Präsenter als in der Nachbarschaft.

Da Reis Wasser geradezu frisst (Osmose, nä? Deswegen packt man die Körners ja auch in’n Salzstreuer) ist also halb Japan unter Wasser. Und jeder weiss, was passiert, wenn Wasser und Wärme zusammenkommen: Das Leben dreht völlig durch. Mücken und anderes Geschmeiß legt seine Eier, Grillen zirpen Heavy Metal, riesige Turbospinnen rennen wie bekloppt durch die Gegend, dicke, schwarze Käfer summen den Walkürenritt und taumeln durch die Luft, Ameisen bauen überall Autobahnen. Ich weiss das, ich bin Live dabei. Unzählige Mückenstiche. Lärmbelästigung am Abend. Abstumpfende Arachnophobie. Todesangst, von diesen gigantischen Käfern angegriffen zu werden.Ein Ameisenparkplatz im Klopapier.

Auf der anderen Seite die Räuber, die sich an dem reichhaltigen Insektenangebot laben. Frösche, die jeden Abend Jazzkonzerte geben. Fledermäuse, die hektisch und trotzdem elegant durch die Luft huschen. Krähen, die sich mit den Käfern anlegen. Noch mehr Spinnen, die immer grösser werden, immer schneller rennen, immer höher springen können. Bis auf letzteres habe ich nie Probleme mit den Räubern gehabt. Im Gegenteil. Letztes Wochenende waren wir nachts mit Hiro in einem Tempelchen mitten in den Reisfeldern. Eine Flasche Wein, Bongos, und ein Saxofon und wir haben zusammen mit den Fröschen musiziert. Dass im Dach des Tempels riesige Spinnen Jagd auf unzählige Mücken gemacht haben, die wiederrum äusserst erfolgreich Jagd auf unser Blut gemacht hatten, geriet zu Nebensache. Es gab nur uns und die Frösche.

Jetzt aber sitze ich wieder in dem kleinen Haus von Yuko. Draussen zirpt eine Grille (es ist noch früh, die Viecher proben noch im Stillen für den grossen Auftritt heute abend), und ein Vogel zwitschert ein bisschen faul vor sich hin. Ich sitze derweilen an einem ehrgeizigen Projekt, schon seit 3 Wochen: Demnächst geht meine Webseite online, mit der ich meine „Skills“ im Bereich von Webdesign/-programmierung/3D-Gelöte präsentieren will. Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Die Regenzeit fliegt.





Nooka no asa-gohan (Japanisches Bauernfrühstück)

19 06 2009

Gestern abend hab ich in der Küche experimentiert, und dabei ist interessantes rausgekommen. Die Idee: Ur-Deutsche Küche japanisch verballhornen.

Man nehme:

  • 4-5 Kartoffeln, festkochend (gibts hier in Japan nicht, muss man aber nehmen)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ei
  • Sesamöl
  • Sojasoße
  • Nori (getrockneter Seetang, gibts im Asia-Shop), mit der Schere kleingeschnitten
  • Sesamkörner
  • rohen Lachs (in Streifen geschnitten) ODER
  • Speckwürfel

Erstmal die Kartoffeln schälen und vorkochen. Keine Ahnung wie lange man Kartoffeln normalerweise kocht, ich warte immer darauf, dass die Kartoffeln nicht mehr zittern, wenn man mit der Gabel reinsticht. In diesem Fall ist ein bisschen zittern aber vielleicht nicht schlecht, die Dinger werden ja noch gebraten.

Öl in die Pfanne (nicht zu viel! Das wäre zwar sehr deutsch, aber um so weniger japanisch), heiss machen, Zwiebeln rein. Bei der Speckversion kann der Speck schon rein. Bei Lachs bleibt dieser schön im Kühlschrank. Zwiebeln so lange anbraten, bis sie glasig sind. Nicht zu lange! Die sollen zusammen mit den Kartoffeln golden werden!

Kartoffel ausm Wasser, in Scheiben schneiden. Ab in die Pfanne damit! . Wenn das ganze ähnlichkeit mit Bratkartoffeln annimmt, der nächste Schritt:

Ei aufschlagen, Inhalt in ne Schüssel, Schale in den Müll (nicht umgekehrt!). Einen Esslöffel Sojasoße dazugeben. Salz und Pfeffer rein, eventuell Kräuter (sparsam!). Wer scharf mag, der mache jetzt scharf. Am besten mit was asiatisch-scharfem, kommt immer gut. Das ganze jetzt ordentlich verrühren, und SCHWUPP! in die Pfanne.

Dann sofort Herd aus! Das Ei soll nicht trocken werden. Noch klassischer wäre, das Ei garnicht mitzubraten, sondern die ganze Suppe roh darüber giessen. Das müsste auch mit frischen deutschen Eiern gehen, hier in Japan ist bei Eiern ein Zettel dabei, bis wann man die Roh essen kann. Das war bei mir vorgestern, deswegen hab ich sie mitgebraten. Trotzdem, auf gar keinen Fall trocken braten! Die Hitze der Pfanne reicht völlig aus, um das Ei genau richtig zu machen.

Das ganze gut verrühren, und ab in eine Schale (hier wird immer aus Schalen gegessen). Wer die mutige Lachsvariante gemacht hat, gibt jetzt den in Streifen geschnittenen Lachs über die ganze Geschichte. Nochma umrühren muss man nicht. Den kleingeschnittenen Nori rieselt man ebenso wie die Sesamkörner darüber.

Stäbchen in die Hand. Itadakimasu!





Kyoto protokolliert

16 06 2009

Samstag, 10:00

Der Shinkansen fährt uns von Nagoya nach Kyoto. Es ist unglaublich früh. Wir sind am Abend vorher in die Hochschule gegangen, um den Kinofilm zu Neon Genesis Evangelion zu sehen. Natürlich habe ich nichts verstanden, die Bilder waren aber schön bunt. Anschliessend Bier.

10:40

Ankunft. Riesiger Bahnhof. Der Bus fährt uns durch das Verkehrchaos zum Hotel. Kyoto ist staubig, voller Autos, und heiss.

12:00

Wir betreten den ersten Schrein. Hier und drumherum gibt es keine Staus, keinen Staub. Der Schrein schmiegt sich an einen Baumbewachsenen Hügel an, drumherum alte, niedrige japanische Häuser. In dem Schatten der Bäume ist die Luft angenehm kühl und frisch. Der Garten ist wunderschön, die schlichte Gartenarchitektur mit ihren immer wieder kehrenden Motiven Wasser, Stein, Grün einfach elegant.

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Ich gönne mir anschliessend eine Schale grünen Tee, und bewundere die leuchtenden Farben:

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Am Philosophenpfad, der sich zusammen mit einem murmelnden Bach den Berg entlangschlängelt und von Kirschbäumen gesäumt ist, spazieren wir weiter. Ein alter Mann, der uns bemalte Steine verkaufen will, befiehlt uns geradezu einen anderen Schrein statt des berühmten Nanzen-ji zu besuchen. Wir folgen seiner eindringlichen Bitte, und finden uns auf einem verwunschenen Friedhof auf einer Lichtung wieder:

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Dahinter ging ein Trampelpfad in den Wald, diverse Hinweisschilder auf giftige Schlangen waren für Yuko aber Grund genug, nicht zu weit zu gehen.

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15:00

Wir treffen uns mit Chisato, die damals mit Yuko und Ryohey in Bremen war. Dafür müssen wir wieder mit dem überfüllten Bus in das Verkehrschaos fahren. Als wir schliesslich da aussteigen, wo es am wuseligsten ist, fällt mir eine kleine Gruppe Demonstranten ins Auge:

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Ich komme mit einem älteren Aktivisten ins Gespräch, der perfekt Englisch spricht. Anlass des Protests war ein Aufmarsch von ZaiTokuKai in der Innenstadt, eine rechtsextremistische Organisation, die Ausländern die Menschenrechte aberkennt, und sie generell als Kriminell beschimpft. Ein ekelhaftes, lautes Pack, das mit der japanischen Version der Reichkriegsfahne durch die Strassen marschiert, und seine Menschenfeindlichen Parolen gröhlt. Es war der erste Aufmarsch dieser Horde in Kyoto, und war verantwortlich für einen Grossteil des Verkehrchaos. Hier ein Artikel, der über eine ungerechtfertigte Inhaftierung eines Gegendemonstranten bei einem solchen Aufmarsch berichtet. Die Nazis in Japan sind genauso widerlich wie in Deutschland…

Nachdem ich mich mit dem Aktivisten länger darüber unterhalten habe, wie unsere jeweiligen Regierungen immer noch Symbole aus der jeweiligen Nazizeit benutzen, kamen auch Chisato und ihr Freund, und wir gingen ein Eis essen. So richtig geniessen konnte ich das Eis nicht, die Nazibrut hatte mir den Appetit verdorben.

17:00

Wir gehen zu der „humid“-Ausstellung. Wie ich im letzten Post schon schrieb, fand diese in einer alten Grundschule statt. Die Atmosphäre war grossartig.

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Das alte Gebäude fand ich beeindruckender als die darin ausgestellte Kunst, aber man muss das ja auch ein bisschen als Einheit begreifen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt!

21:00

Mit den Künstlern noch Essen und Trinken gehen. In Deutschland würde man sagen „noch ein Bierchen trinken“ – das passt hier aber irgendwie nicht. Sauf- und Fressorgie wiederrum klingt so unkultiviert, was angesichts des grossartigen Essens nicht passt. Immer wieder toll jedenfalls.

Achja: Das Tofu in Kyoto ist das beste der Welt. Eigentlich kann ich Tofu nicht leiden, schmeckt nach nix, und hat dabei nicht die Vorzüge von anderen Sachen, die nach nichts schmecken (erfrischend oder zumindest Geschmacksverstärkend wie Mozarella). Tofu ist einfach arschlangweilig. Ausser in Kyoto. Cremig! Auf der Zunge schmelzend! Frisch! Ein bisschen Süß-Sauer, aber nur ganz dezent! Ein Gaumenschmaus. Und ziemlich teuer…

23:00

Kyoto ist die schönste Stadt der Welt.

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Sonntag, 10:00

Wir gehen zum Markt, und kaufen Fisch und Reis, den wir am malerischen Fluss essen. Dazu streiten wir uns etwa eine Stunde, weil ich keine Schuhe kaufen gehen möchte.

12:00

Wir besuchen den Kiyomizu-dera, den berühmtesten buddhistischen Tempel in Kyoto. Die Touristenmassen auf dem Weg dahin schrecken uns ab, wir kämpfen uns aber durch. Und werden belohnt. Die Tempelanlage ist sehr gewaltig. Der Haupttempel steht auf gigantischen Holzpfeilern und ist an eine Klippe angelehnt. In Japan, so sagt Yuko, motiviert man sich mit dem (ungefähren) Spruch: „Ich kann das so sicher schaffen, wie man stirbt, wenn man vom Kiyomizu-dera springt.“ Ich weiss nicht was daran motivierend ist, aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man stirbt wenn man da runter springt. Wikipedia behauptet was anderes, Entschluss fällen, springen, abdämpfen, nicht sterben – ich finde Yukos Version interessanter.

15:00

Ein weiterer Tempel steht auf dem Plan, in diesem ist unter anderem ein kleiner Schrein für den Gott der Zahnschmerzen. Ich grüße ihn freundlich, und freue mich, keine Zahnschmerzen zu haben.

18:00

Wir spazieren durch einen Garten, und finden eine Horde Katzen. Ich will, dass es neun sind, aber auch nach mehrmaligen zählen bleiben es acht. Vielleicht ist eine schon gestorben?

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20:00

Wir essen in einem thailändischen Restaurant. Wenn jemand die Gelegenheit hat „Phuket“ Bier zu trinken – lohnt sich!

21:00

Eine faszinierende Gebetsprozession mit seltsamen Instrumenten in einem weiteren Schrein. Die Performance dauert etwa 2 Stunden, die Leute die über den Kiesboden laufen und nicht wissen, wie man die Sounds bei ihren Digitalkameras ausmacht, nerven. „Laut“ und „nervig“ heissen übrigens auf japanisch beide „urusai“.

24:00

Love-Hotel! Details gibts im ab-18-Bereich… Abgefahrene Sache jedenfalls.

Montag

Natur, alte Eisenbahn am Gebirgsfluss entlang, Bambuswald, Aquädukt, Schrein, Bahnhof, Busfahrt nach Nagoya… Ich überlasse euch die Ausmalung der Details. Ich kann die alten Kaiser durchaus verstehen, ich hätte mir wohl auch Kyoto als Hauptstadt und Residenz ausgesucht. Die Stadt hat das, was den japanischen Städten, die ich bisher kenne, abgeht: Grün! Sich an den Fluss setzen hat was von Bremen… Wald und Berge sind einfach wunderschön, gerade auch im Kontrast zu Beton-Nagoya. Die Tempel und Schreine sind majestätisch und elegant.

Dazu kommt noch das, was die Städte hier immer interessant macht, das pulsierende Leben, der Kontrast zwischen Hypermodern und Traditionell, und natürlich grossartiges Essen. Dieser Tofu… Eine solche Stadt zieht Touristen natürlich magisch an. Ich habe mich aber ein bisschen davon gelöst, total genervt von diesen zu sein. Ich hätte nichts dagegen, die Sehenswürdigkeiten nur für mich zu haben – ein bisschen egoistisch wäre das aber schon.





Zeitgenössische Kunst aus Bremen und Japan

12 06 2009

Wer kennt dieses Schiff nicht? „Das Schiff“, Schwesterschiff der Sielwallfähre „Hal över“, und genau wie diese bunt gestaltet. Verantwortlich für die Gestaltung eben dieser beiden Schiffe ist die Künstlerin Veronika Dobers.

Veronika lebt mittlerweile nicht mehr in Bremen, sondern in – dreimal dürft ihr raten – Japan. In Osaka um genau zu sein. Jin, der in der Kunstszene unterwegs ist wie Schmitz’ Katze, hatte uns auf ihre Ausstellung in Nagoya aufmerksam gemacht, die wir dann auch zusammen besuchten.

So lernte ich also Veronika und ihren Mann Peter kennen, konnte mal wieder ein bisschen deutsch sprechen (jaja, das tu ich mit Yuko auch, ist aber trotzdem was anderes), und Veronikas Werke von schlichter eleganz bewundern. Rechts findet ihr den Link zu ihrer Homepage, auf der man sich zumindest einen kleinen Eindruck machen kann.

Nebenbei konnte noch mein Freund Hiro, seines Zeichens Aktionskünstler, seine Arbeiten präsentieren. Er hat das Problem von vielen Künstlern. Eine schweineteure Ausbildung genossen (die Kunsthochschule ist Privat, und das, was man in Deutschland für ein ganzes Studium an Studiengebühren zahlt, reicht hier nicht für ein Semester), arbeitet er jetzt in einer Fabrik und baut Fenster für den Shinkansen, den Hochgeschwindigkeitszug hier. Viel Zeit und Energie für Kunst bleibt dabei nicht, man schlägt sich mit kleinen Ausstellungen in privaten Mini-Galerien durch und nimmt an diversen Kunstwettbewerben teil. Die Ausdauer, mit denen die Hiros, Ryoheys und Jins das durchhalten ist phänomenal, und zumindest in Jins Fall hat sich das ja auch schon ausgezahlt. Er wurde vom sehr angesehenen Museum für Zeitgenössische Kunst in Kanazawa (in dem ich auch schon war) eingeladen, für die Ausstellung „100 Stories about Love“ seine Gedichte auszustellen und zu performen.

Morgen fahren wir übrigens nach Kyoto, der alten Hauptstadt Japans. Neben ein bisschen Sightseeing (Kyoto beherberht hunderte historischer Tempel, Schreine und Paläste) steht vor allem die Abschlussparty einer Ausstellung an, in der einige von Yukos Freunden (die oben genannten sind leider nicht dabei) mitgewirkt haben, auf dem Plan. Hier gibts den Webauftritt der Ausstellung. Die Ausstellung findet in einer alten Grundschule statt, und die Party im Lehrerzimmer. Hehehe…





2009: Odyssee in Nagoya

2 06 2009

Gepackt von Langeweile und dem Wunsch nach einer Herausforderung habe ich gestern beschlossen, mich auf mein  Fahrrad zu schwingen und so lange den Gojogawa raufzuradeln bis ich keinen Bock mehr habe. Gedacht, getan. Die Umstände waren durchaus angenehm, eine kühle und nicht zu steife Brise wehte, die Sonne wärmte, ohne zu brutzeln, die Kirschbäume spendeten brav Schatten und der Fluss murmelte vor sich hin.

Das liess sich gut aushalten, und so dauerte es ein paar Stunden, bis ich dem Fluss überdrüssig wurde. Ich war so weit in den Norden gefahren (Kitanagoya, mein Basecamp, ist ja schon weit im Norden von Nagoya), dass die ersten Ausläufe der Natur sichtbar wurden: Der Inuyama, schon früher einmal Ziel eines Ausfluges (damals allerdings per Auto), schien nah genug, um ihn mal zu besteigen.

Vom Fluss aus war es dann doch noch ne halbe Stunde, und so langsam machte sich der Sattel bemerkbar. Doch schliesslich hatte ich mein Ziel erreicht. Die Stadt hörte tatsächlich auf. Natürlich gab es noch einen Asphaltweg, und da, wo der Berg nicht zu steil war, war die Erde auch kultiviert. Aber keine Autos, keine Menschen, enorm viel Grün. Der Weg wurde bald zu steil, und ich musste schieben, um nicht umzukippen.

Der Weg endete mit einem Schild, dass ich nicht entziffern konnte. Ich drehte mich um, und genoss die Aussicht: Da unten war tatsächlich die Stadt, soweit man blicken konnte. Und ich war hier oben. Das Summen der Stadt, das Rattern der Bahnlinie, das Heulen der Motorsense eines Landarbeiters, das Dröhnen der Flugzeuge wurde übertönt vom Zwitschern der Vögel, Zirpen der Insekten und Rauschen der Blätter.

Ich setzte mich ins Gras und liess mir die Sonne ein bisschen ins Gesicht scheinen. Neben mir wimmelten Ameisen, ein riesiger Käfer landete auf meinem Bein und liess mich aufschrecken. Ausserdem wurde ich von einer Mücke gestochen, die wahrscheinlich sonst auf Bären oder Elefanten losgeht. Die Tierwelt hier gleicht der unter einen roten Sonne (wer die Anspielung versteht bekommt 100 Fantasy-Nerd-Punkte). Nach einer halben Stunde hatte ich genug, und bekam langsam Hunger. Also machte ich mich wieder auf den Rückweg.

Um stumpfe wiederholung zu vermeiden, habe ich mir angewöhnt, möglichst oft eine andere Route zu gehen. So auch diesmal. Als ich wieder in der Zivilisation war, nahm ich also eine Abzweigung, um ein bisschen Schräg auf den Fluss zu kommen, den ich zu Navigationszwecken unbedingt brauchte. Ich war ein bisschen beunruhigt als ich nach einer Dreiviertelstunde immer noch keinen Fluss gefunden hatte. Ich blickte mich zur Orientierung um, und war verwirrt. Da war auf einmal noch ein Berg, den ich auf dem Hinweg nicht gesehen hatte. Nach der Sonne zu urteilen musste meine Richtung ungefähr gestimmt haben. Ich fuhr einfach weiter in die Richtung, in der es am wenigsten Berge gab, da musste ja das Meer sein, also auch die Innenstadt, also auch Yukos Wohnung.

Schliesslich fand ich einen Fluss, dem ich Stromabwärts folgte, doch war das eindeutig nicht der Gojogawa. Keine Kirschbäume am Ufer, ein bisschen kleiner, komisch. Aber alle Flüsse fliessen ins Meer, also wusste ich, ich werde irgendwann irgendwo ankommen.

Der Fluss führte mich direkt zum Militärflughafen. Da floss er dann durch einen stacheldrahtbewehrten Zaun, den ich nicht unbedingt überqueren wollte. Völlig ohne Orientierung überlegte ich. Sollte ich die Strasse nach links nehmen oder nach rechts? Wie sich später herausstellte, traf ich die falsche Entscheidung. Ich war an der einen Ecke des Flughafens gelandet, und hätte nur noch die kurze Seite umrunden müssen, und wäre schon fast zuhause gewesen. So fuhr ich aber den Flughafen an der langen Seite entlang, und so ein Flughafen ist wirklich sehr lang.

Irgendwann hatte ich das Ende der Rollbahn erreicht, bog ab, und fuhr ziemlich lange gerade aus, ich wusste, die Richtung müsste ungefähr stimmen. Der Sattel hatte aufgehört sich bemerkbar zu machen, mein Arsch tat einfach nur noch weh. Ich fuhr weiter. Weiter, immer weiter. Da war schon die Hochstrasse – aber in welcher Höhe war ich? Einfach weiter geradeaus. Dann irgendwann ein Fluss – nicht der Gojogawa, aber da war ein Schild: Kitanagoya! Ich war zumindest in der richtigen Gegend.

Trotzdem fuhr ich nochmal falsch, war irgendwann schon fast in Kamiotai, also an der Grenze zur Innenstadt, als ich meinen Fehler bemerkte. Umgedreht, weitergefahren. Irgendwann endlich bekannte Hochhäuser entdeckt. Wenn diese Stadt nicht dreidimensional wäre, ich hätte keine Chance gehabt.

Nach 2 Stunden Radtour und ca. 5 Stunden Odyssee war ich tatsächlich wieder zu Hause. Mann war ich feddich. Mein Muskelkater heute ist übrigens phänomenal.

Hier hab ich mal Start und Ziel markiert. die Route war natürlich ganz anders, den Flughafen sieht man unten in der Mitte.


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Von Punkrock und blutenden Ohren

11 05 2009

Gestern war ich mit Rumichan, einer Freundin von Yuko, auf einem Konzert in einem kleinen Liveclub im für Nagoya verhältnismässig alternativen Stadtteil (Shin-)Sakae. Rumichans Freund (hier mit einer eigenwilligen Version von „Ich mache jeden Tag ein Foto von mir“) ist der Bassist von BIBIBIBI, und ein sehr lustiger und cooler Typ.

Der Liveclub ist nicht besonders gross, für 100 Leute wirds schon sehr eng. Eintritt und Bier sind nicht gerade günstig (~20€/4€), dafür gibt es 5 Bands zu bestaunen.

Die erste Band (wahrscheinlich HELLOWORKS) besteht nur aus Mädchen, die einen sehr unmädchenhaften Auftritt hinlegen. Hardcorepunk vom feinsten: So schnell, dass man die Riffs gerade noch voneinander unterscheiden kann, und so laut, dass man ansonsten auch keine Einzelheiten wahrnimmt. Dazu noch veritables Gekreisch, und fertig ist die Laube.

Bühne frei für BIBIBIBI! Die 3 Jungs machen schnell klar, dass sie eine andere Leier spielen als den Brutalopunk der Vorband. Natürlich auch laut, und auch schnell, Punk bleibt Punk. Dieser hier ist aber Ideenreich, mit vielen glitzernden Einfällen, kreativ und „unique“. Die Lyrics würde man sogar verstehen, wenn man sie verstehen würde, und der besagte Bassist geht ab wie Schmitz’ Katze. Das Publikum ist leider so lethargisch wie in Bremen, fehlt eigentlich nur dass einer in der ersten Reihe gemütlich sein Fischbrötchen isst. Eine Schande bei dieser energiegeladenen Musik, der positiven Ausstrahlung der Band, den grossartigen musikalischen und darbieterischen Ideen. Cool fanden es trotzdem alle, und die Demo-CD wollte wirklich jeder haben (ich auch ;) ).

Dass das Spiel mit dem Publikum eine Kunst für sich ist, beweist die nächste Band, 6eyes (im Video weiter unten leider nicht dabei!). Der Sänger sieht mit seinen in den Augen hängenden Haaren ziemlich bräsig aus, und sein auf-der-Bühne-abgehen ist ziemlich selbstverliebt, er schafft es aber trotz streckenweiser mediokrer musikalischer Darbietung das Publikum aufzuwecken. Ständig geht er ins Publikum, hält Zuschauern das Mikro unter die Nase, säuft einem Mädchen das Getränk in einem Zug weg, und fegt schliesslich einen Tisch leer und setzt sich drauf. Das ist natürlich wieder so Rock’n'roll dass man irgendwie doch mitgehen muss.

Günstige Vorraussetzungen für die nächste Band (wahrscheinlich EKODAMUDO), doch der Steilpass von 6eyes, das Publikum warm zu spielen, wird nicht nur liegengelassen, nein, EKODAMUDO rennt zu seinem Mitspieler und haut ihm voll in die Fresse! Das ist zwar auch irgendwie Rock’n'Roll – aber ein bisschen mehr als SEHR SEHR laute Rückkopplungen und schlechtes Rythmusgefühl braucht es dann doch irgendwie. Schade eigentlich, die Miniband (1 Typ [Gitarre], 1 Mädel [Drums]) bringt durchaus Showpotential auf die Bühne. Sie, mit rosa Püscheln im Haar, gibt den Master of Ceremony, erzählt bekloppte Geschichten, berichtet über ihre sexuellen Vorlieben etc., während er mit Fake-Tatoos, einer ziemlich lässigen 80er Sonnenbrille und V-Gitarre aufwartet und den coolen, zurückhaltenden Gegenpart zu seiner schrulligen Partnerin gibt. Aber das mit den Rückkopplungen zwischen den Songs geht echt garnicht! Achja, die Dame hat es geschafft, 2 Basedrumpedalen innerhalb einer halben Stunde zu schrotten. Vielleicht wurden es noch mehr, ich musste irgendwann dann aber doch raus, meinen Ohren eine Pause gönnen.Wenn selbst Hardcorepunks sich die Ohren zuhalten, ist irgendwas falsch.

Als die letzte Band (GASOLINE) auf die Bühne tritt, ist der Saal schon halbleer. Die Jungs und Mädels lassen sich davon nicht im geringsten stören und erweitern die Bühne einfach ins Publikum rein. Eine hervorragende Idee, um die Distanz zwischen Publikum und Band zu minimieren. Vielleicht wäre das aber garnicht nötig gewesen, denn so furios, wie der Frontmann abgeht, das Publikum mitreisst, alle sich hinsetzen lässt, zum Mitsingen zwingt, zum Pogen animiert, die Hommagen an Elvis (Glitzeranzug mit Fransen!) und Jimi Hendrix (Gitarre mit den Zähnen!), das sehr enge Glitzeroutfit (natürlich in USA-Farben) der Bassistin, das tierische Abgehen des Drummers (brauch sich hinter Animal nicht verstecken) – grosses Rock’n'Roll Mixed-Tennis!

Hier das ganze für Lesefaule:

Ich hab heute Nachmittag übrigens immer noch ein ständiges Fiepen im Ohr. Mir wurde mal gesagt, dass man diese Frequenz nie wieder hören können wird. Ist mir ehrlich gesagt egal, mir hat diese Frequenz gestern weh getan! Saucool wars trotzdem :)





Der internationale Kampftag der Arbeiterklasse in Nagoya!

2 05 2009

Gestern habe ich es tatsächlich geschafft, das ernüchternde Fussballspiel um halb 4 nachts mit der Demo um halb 10 zu verbinden!

Ich lasse hier lieber die Bilder sprechen, auch weil Yukos Schwester Eriko hier ist, und ich nicht unhöflich die ganze Zeit schreibend am Rechner sitzen will:

Die Demo ist eher bunt als rot

Die Demo ist eher bunt als rot

Aber eben auch sehr Phantasievoll...

Aber eben auch sehr Phantasievoll...

Und Phantasievoll dazu!

Rote Fahnen gibt es aber auch...

Die Kundgebung teilt sich in alle Himmelsrichtungen in verschiedene Demozüge auf, ich glaube aber der Grund dafür sind nicht politische Differenzen, sondern vielmehr die Überlegung, die riesige Stadt auch wirklich auf sich aufmerksam zu machen.

Die Demonstranten sind sehr darum bemüht, den Verkehr nicht zu behindern. Es wird ganz am Rand der Strasse gelaufen, und bei roten Ampeln wird brav gewartet. Aus an der langen Demoschlange verteilten Lautsprecherwagen werden Forderungen vorgelesen, die dann von den Demonstranten eher halb-enthusiastisch nachgerufen werden.  Viele Forderungen habe ich nicht verstanden, aber die, die ich verstanden habe waren durchaus Vernünftig: Weniger Überstunden, Karoshi (Tod durch Überarbeitung) stoppen, Entlassungen stoppen.

Richtig viele Leute waren übrigens nicht da – ich schätze mal 10.000, und das ist möglicherweise grosszügig. Aber der erste Mai ist hier auch kein Feiertag, wenn er auch zwischen diversen Feiertage liegt (sowas gibts hier tatsächlich doch! Feiertage!) und sich viele Japaner freinehmen, um irgendwo hin zu fahren. Golden Week nennt man diese Ansammlung von Feiertagen, ein Highlight ähnlich dem Kirschblütenfest. Nur Yuko muss natürlich Arbeiten! Sauerei!