Erholt ins Neujahrsfest

31 12 2007

Nach 2 Tagen intensiver Erholung vom Reisestress werden wir mit dem Auto abgeholt und nach Kanazawa gefahren. Das erste mal dass ich das Landesinnere von der Strasse aus sehe. Heute abend werden wir dann das Neujahrsfest begehen. Ich weiss noch nicht viel darüber, wie man das in Japan zelebriert, es wird auf jeden Fall eher ruhig und familiär sein. Ich habe jedenfalls schon gehört dass 108 mal eine Glocke in einem Tempel geschlagen wird. Wir werden sehen 🙂

Erwähnenswert für diejenigen die die Austauschstudenten aus Nagoya kennen: Wir haben vorgestern mit Ryohey (siehe Link rechts) und Chisato (eine Querflötenspielerin) getroffen und über einem Bier die alten Zeiten revue passieren lassen. Chisato ist extra aus Kyoto gekommen, mit Ryohey werde ich mich demnächst nochmal treffen.

Hier noch ein paar Eindrücke von der Reise und aus Nagoya:

Wolkendecke über der Ostsee

Schon eine sehr „ländliche“ Gegend zwischen Osaka und Nagoya, aus dem Shinkansen aufgenommen.

So sah es eigentlich die ganze Zeit aus. Der Berg ist unbesiedelbar, deswegen Grün. Ich frage mich wie Japan unbesiedelt aussehen würde? Ich glaube es wäre sehr schön…

Weihnachtsgrüße aus Nagoyas Wolkenkratzern… Sorry für die Qualität, ist aus Ryoheys Auto heraus aufgenommen.

Eine Art… Ähhhm… Disney-Weihnachts-Kreml? Man weiss es nicht…

Japans Wohnungen sind übrigens wirklich sehr kalt. Die Erdbebensichere und im Sommer sehr angenehme Leichtbauweise fordert ihren Tribut. Und es gibt eigentlich nur in einem Raum eine Heizung. Mal sehen wie es in Kanazawa wird. Vielleicht gibt es aber heissen Sake 🙂

Ich wünsche allen jedenfalls einen guten Rutsch ins neue Jahr, wo und mit wem auch immer 🙂

CU 2008





Eine Reise, die ich nie vergessen werde

29 12 2007

Ich sitze mit warmen Socken, die meine Oma gestrickt hat und einem dicken Pullover (japanische Wohnungen sind kalt im Winter) auf dem Bett, in dem sie noch schläft, schreibe auf ihrem Laptop, auf dem sich japanische und lateinische Schriftzeichen die Hand geben, und versuche, die letzten Tage revue passieren zu lassen. Draussen bellt ab und zu ein Hund, ansonsten ist es sehr ruhig, Viele Japaner haben jetzt frei. Eigentlich sollte ich Todmüde sein, husten und niesen, und mit starkem Fieber im Bett liegen. Warum bin ich so wach, dass ich nicht mehr schlafen kann? In Deutschland ist es 2h nachts, hier ist es 10h morgens, daran kanns also nicht liegen. Wahrscheinlich ist es einfach ein Überdrehungseffekt.

Nachdem ich den vorletzten Eintrag aus dem Hotel geschrieben hatte, ging ich wieder auf mein Zimmer und legte mich schlafen, denn die Nacht davor war eher kurz. Als ich drei Stunden später wach wurde, war ich unschlüssig, ob es sich lohnen würde aufzustehen. Angesichts einer, ausser harten Alkoholika, leeren Minibar und einem sogar noch leereren Magen, weil ganz ohne Alkoholika, beschloss ich nachzusehen ob es noch Mittagessen gab. In der Lobby angekommen musste ich feststellen dass ich 20 Minuten zu spät war. Dann wollte ich eigentlich ins Internet, die zwei Netzplätze waren aber von Mitgefangenen besetzt. Ich fragte also aus langeweile ein drittes mal, ob es neue Informationen zum Flug gäbe. Die Angestellte wies auf ihren Kollegen mit dem Hinweis, er telefoniere gerade mit Finnair, fragte mich nach meinem Namen, und gab ihn dem genannten Kollegen durch, der sich erkundigte. Ich war sehr gespannt…

Zu meiner größten und positiven Überraschung teilte er mir mit, dass es einen Flug gäbe… In 30 Minuten gehe es los, ich solle meine Sachen packen und loslaufen. So schnell habe ich trotz Hunger und Grippe noch nie gepackt. Ich rannte so schnell es mir der sauschwere Koffer erlaubte aus dem Hotel, ohne noch auszuchecken (die Schlüsselkarte habe ich immer noch… Das heisst, nein, sie ist im Portmonnaie, dazu später mehr), und zum Flughafen. Völlig ausser Atem versuchte ich einer Finnairangestellten zu erklären was passiert war, und das ich sofort zu dem Flugzeug müsse. Streng die Vorschriften einhaltend machte sie mich darauf aufmerksam, dass ich eigentlich ja 2 Stunden vor Abflug einchecken müsse, und wo denn mein Ticket sei, bis ich endlich alles mehr oder weniger geduldig erklärt hatte. Sie rief irgendwen an, und sagte mir dann, dass es ihr leid tue, das Gate sei schon geschlossen, der Shuttlebus abgefahren. Auf Nachfrage erklärte sie, dass es auch keinen anderen unbürokratischen Weg zum boardenden Flugzeug mehr gäbe, und schickte mich zum Finnair-Ticketoffice.

Total entnervt machte ich mich, den schweren Koffer immer hinter mir her schleppend, auf die Suche nach dem besagte Office, was ich nach einigem Fragen auch endlich fand. Wieder erklärte ich geduldig meine Situation, und die Angestellte suchte im Computer nach Routen, telefonierte, und wurde plötzlich sehr hektisch. Es gäbe einen Flug, der sehr bald gehe, sie müsse mich nur noch auf die Passagierliste bekommen. Ob ich ein Problem habe nach Osaka zu fliegen? Ich müsste dann das Zugticket vorstrecken, weil sie das jetzt nicht mehr organisieren können… Mir war alles Recht, so lange ich aus dieser verfluchten Stadt käme… Hochkonzentriert und fluchend rannte sie zwischen 3 Computern und diversen Kollegen hin- und her, es gab wohl irgendwelche technischen Schwierigkeiten. Endlich war mein Ticket ausgedruckt, und ich auf dem Weg zum Checkin-Schalter, um mein Gepäck noch aufzugeben. Die gleiche Angestellte wie beim letzten mal machte mich pflichtbewusst darauf aufmerksam, dass da eine (sehr lange) Schlange wäre, an der ich mich anstellen solle… Nahm mein Gepäck aber an, nachdem ich sie deutlich auf meine baldige Abflugzeit hinwies.

Nach einem Sicherheitscheck von eher… gemütlichen Sicherheitsbeamten rannte ich so schnell es der belebte Flughafen erlaubte zum Gate – und schaffte es. 10 Minuten später war ich tatsächlich in einem Flugzeug, auf dem letzten der letzten Plätze zwar, ohne eigenen Fernseher, und in der mittleren Sitzreihe in der Mitte… Mir war alles egal.

Der Flug war natürlich grauenhaft. Ich konnte nicht schlafen, mir war heiss, ich hatte ständig Durst, wollte aber nicht meine japanische Sitznachbarin wecken (die übrigens, wie sich später rausstellte, in Hamburg in einem japanischen Restaurant arbeitet), fühlte mich Krank und hatte Hummeln im Hintern. Gleichzeitig schliefen meine Beine ein und hinter mir saß ein Typ, der seine Zeitung auf meinem Kopf abstützte. Das Essen war die gleiche Pampe wie bei dem gescheiterten Flug und sättigte mich nicht wirklich und der Whisky, für den ich 4€ löhnen musste, machte mich nicht müde, mir wurde eher ein bisschen übel.

Nach 12 Jahren Flugzeit landeten wir in Osaka, wo ich meine Fingerabdrücke als Beitrag für den Kampf gegen den Terror ließ, aber erstaunlicherweise durch die Zollkontrolle durchgewunken wurde. Ich war in Japan!

Ich schleppte mich und meinen Koffer zum Bahnschalter, nachdem ich sie angerufen hatte, wo mir ein sehr hektischer und nervöser Beamter trotz Sprachproblemen das Zugticket ausstellte. Ich wartete nur kurze Zeit in einem übertrieben geheizten Warteraum, und stieg in den Zug, der mich zum Hauptbahnhof von Osaka brachte. Osaka stellte sich aus dem Zugfenster heraus als ein Moloch dar. Der Shinkansen, in den ich stieg, raste durch die Landschaft… Oder vielmehr Stadtschaft, denn unbesiedelte Fläche habe ich eigentlich auf dem Weg nicht gesehen. Ich habe ein bisschen Video gemacht, stelle ich vielleicht später mal rein. Etwas anderes, als Apathisch aus dem Fenster zu schauen, war mir übrigens nicht mehr möglich.

Plötzlich war der Zug in Nagoya, ich musste mich beeilen auszusteigen. Beim Verlassen des Shinkansen-Bereiches im Bahnhof muss man durch eine Schranke, die das Ticket schluckt. Ich hatte mein Ticket im Portmonnaie, und ich merkte bald, dass mein Portmonnaie mit dem Zug weiter nach Tokyo fuhr… Ich war verzweifelt. In einem Land, in dem praktisch niemand Englisch sprach, total fertig, mit einem sauschweren Koffer am Arsch, ohne Kohle, Kredikarte, alles. Ausgangskontrolleurin, Informationspunktmenschen, dem Station Manager (!) und schliesslich dem Lost&Found Office musste ich meine Geschichte mit Händen und Füssen erzählen. Mein Portmonnaie war schon gefunden worden, und es wird zu ihrer Wohnung geschickt werden. Das war also endlich irgendwann geklärt.

Ich musste nur noch nach Nishiharu kommen, der Stadtteil (eigentlich eine eigene Stadt), in dem Sie wohnt, ziemlich weit weg… An laufen war nicht zu denken, mit dem scheiß Koffer schon garnicht. Ich hatte in meiner Tasche noch 8 € in Kleingeld, und ging zur Bank, in der Hoffnung, es in die für das Ticket erforderlichen Yen zu tauschen. Aber nix. Kleingeld wird nicht getauscht. Ich hatte nicht mal Geld, um Sie anzurufen. Ich überlegte schon, Passanten anzuschnorren, verwarf den Gedanken aber bei den Sprachproblemen. Ich verfluchte kein japanisch zu sprechen. Ich versuchte es schliesslich direkt bei den Bahnangestellten, und nachdem ich meine Geschichte erzählt hatte (eine Frau sprach tatsächlich gutes Englisch), erweichte sich der ansonsten sehr auf Korrektheit bedachte zuständige Bahnangestellte, und gab mir ein ausserordentliches Ticket, das ich später bezahlen sollte.

An die 500 Meter zwischen Bahnhof Nishiharu und ihre Wohnung erinnere ich mich nicht mehr… Ich lag sofort im Bett und schlief nach dem „Angekommen“-Blogeintrag ein. Irgendwann kam Sie nachhause, und die Welt wurde wieder schön. Ich aß, badete mich, trank Kaffee, und war wieder einigermassen Wach, obwohl ich nur 3 Stunden geschlafen hatte. Ich rechnete aus wie lange ich von Bremen hierher gebraucht habe: Ich bin auf 54 Stunden gekommen. Das nächste mal fahre ich wirklich besser mit dem Zug…

Wir sind sogar noch auf eine Party gegangen, wo ich einige Bekannte wiedertraf (z.B. Jin), und neue Leute kennenlernte, wie Bryce, einen Franzosen, der vor 5 Jahren „für 3 Monate“ nach Japan gekommen war. Ich liess mir Bier und (sogar heissen) Sake schmecken und amüsierte mich prächtig. Ich weiss immer noch nicht warum ich nicht tot in der Ecke lag. Es ging mir einfach gut. Um 4 Uhr Nachts kamen wir wieder nach hause, und schliefen dann auch bald ein. Ich habe nur 5 Stunden geschlafen, und bin fit wie ein Turnschuh. Ich fühle mich gesund. Neben mir liegt eine schöne Frau und schläft friedlich. Ja, mir gehts gut. 🙂





angekommen

28 12 2007

uhr sagt 7h30 morgens. um 0h losgefahren… vorgestern? zeitgefuehl verloren. wie mein portemonnaie uebrigens auch. spaeter mehr.

SCHEISSE BIN ICH FEDDICH!!!





Gestrandet in Helsinki!!!

27 12 2007

Normalerweise wäre ich jetzt schön in Japan und hätte keine Umlaute auf der Tastatur. Immerhin, ich habe kein UE, dafuer ein Å. Ja, ein å. Das spricht sich uebrigens wie ein o mit einem weit aufgerissenem Mund. Åh. Hab gerade entdeckt dass ich mit dieser einen Taste (¨)hier  ümläütë mächën känn wö ich wïll! cööl! ÿëä!

Aber… Ich will vielleicht mal zum wesentlichen kommen. Wir waren vielleicht noch 3 oder 4 Stunden von Nagoya entfernt, irgendwo über Sibirien. Eine sehr lange Durchsage auf finnisch unterbrach die Qualitätsunterhaltung aus Hollywood (Transformers! Genauso schlecht wie erwartet…), und ich wurde leicht unruhig, vor allem weil sehr häufig das Wort Helsinki vorkam. Helsinki ist zwar neben Hölkun-Kölkun (Prost) das einzige finnische Wort, dass ich überhaupt verstehe, ich wurde trotzdem unruhig. Mein Instinkt betrog mich nicht. Leider.

Der Kapitän teilte den Passagieren auf Englisch mit, dass es ein Problem mit einer Komponente der Triebwerke gäbe, die für den nötigen Luftdruck im Triebwerk sorge. Das Flugzeug könne auch ohne diese Komponente fliegen, müsste aber so bald wie möglich repariert werden. Da die Reparatur in Nagoya über eine Woche dauern würde, müssten wir nun leider umkehren. Das Wendemanöver habe auch schon stattgefunden, und es tue ihm leid usw usf.

Um 1:30 lokale Zeit (MEZ +1) waren wir gelandet und auf Hotels aufgeteilt. Zum Glück war das meinige sehr nahe am Flughafen, und mit gefühlten 250 JapanerInnen und einigen Europäern machte ich mich auf den Weg. An der Rezeption spielten sich tumultartige Szenen ab… Naja, eigentlich war es nur ziemlich voll, alle benahmen sich gesittet, es dauerte nur eben eine Weile bis alle Passagiere untergebracht waren. Schliesslich kam ich auch auf mein Zimmer, und so lag ich bald in einer Hotelbadewanne und trank Apfelcider aus der Minibar. Finnair hat zwar nicht gesagt, dass sie für Extras aufkommen, ich gehe aber davon aus, dass mir das Geld später zurückerstattet wird. Wäre ja noch schöner!

Statt in einem Hotel zu sitzen, was für meinen persönlichen Geschmack viel zu luxuriös und protzig ist, würde ich jetzt alles geben um endlich in Japan und bei Ihr zu sein! Ich habe lange genug gewartet. Mittlerweile ist es 12:00, und wir sitzen immer noch auf unseren Zimmern (ausser ich, der ich in der Lobby auf einer finnischen Tåståtur rumhacke), und warten. Wir werden von der Rezeption benachrichtigt, sobald Finnair mit neuen Fluginformationen rausrückt. Die Businessclass-Passagiere und eine Gruppe Salarymen von Toyota wurde auf andere Flugzeuge verteilt und sind schon in Japan. Ich sitze hier und warte. Ich kann daraus nur eine Schlussfolgerung ziehen: In dieser Welt ist Kohle wichtiger und Konzerne mächtiger als Liebe.





röchel, hust, schnief

26 12 2007

Kennt ihr dieses leichte kratzen im Hals, das eine Erkältung ankündigt? Hatte ich vor 3 Tagen. Das war der letzte Tag an dem man noch Geschenke kaufen konnte, ausserdem war ich bei Sven, Päddl und Jan eingeladen, ganz weihnachtlich Kekse zu backen und Abschied zu feiern. Zunächst in die Stadt, mit Brüderchen Jan treffen, Geschenke kaufen. Wunderschönes Winterwetter:

Ansonsten war natürlich die Hölle los. Nur mit äußerster Gewandtheit und Ellenbogeneinsatz konnten wir uns durch die Unmengen von Konsumwütigen (jaja, wir waren auch ein Teil davon, ich weiss) einen Weg bahnen, waren dafür auch recht erfolgreich bei unserem Vorhaben. Sogar ein Frisörbesuch – inniger Wunsch von Ihr -war noch möglich.

Danach zur Studenten-WG, Kekse backen. Vorher aber noch aufwärmen… Nach 3 Stunden Guitar-Hero spielen und Unsinn reden beschlossen wir auch schon gegen Mitternacht ans Werk zu gehen. Die Kekse waren dann auch in Windeseile gemacht, und es war 4 Uhr nachts. Ich machte mich auf den Rückweg, Kekse im Gepäck, durch die Eiswüste Bremen, mein Fahrrad gegen den Wind antreibend, die stechende Kälte ignorierend, und belächelte die Jammerlappen damals in Stalingrad… Ähem.

Am nächsten Tag war das Kratzen im Hals wundersamerweise verschwunden… Es war einem gruseligem, stechendem Husten gewichen und einem Fieber, mit dem ich den Raum ganz gut beheizen konnte – was ich auch musste, denn die Heizung war ausgefallen. Ich beschloss, meine hochtrabenden Pläne von Aufräumen, Abwaschen und schonmal ein wenig was Packen zu beerdigen, und verbrachte den Tag im Bett, meine Spezialmedizin aus Absinth und Honig in heissem Wasser in mich reinschüttend. So verflog der Tag im Schlummerland.

Am nächsten Tag ging es mir schon so gut, dass ich mir den weiten Weg zur Apotheke zutraute. Die Notdienstapotheke (es war ja schon der 24ste) gab mir ein Wundermittel, das alle Vorzüge der chemischen Kriegsführung versprach: Fiebersenkend und schmerzmildernd, schleimhautabschwellend und den Körper anregend, und dazu noch ein wenig Vitamin C. So gestärkt überstand ich den heiligen Abend erstaunlich gut. Selbst die unvermeidlichen innerfamiliären Entladungen weihnachtlichen Stresses konnten mir nicht viel anhaben. Bei den „Siedlern von Catan“ hätte ich sogar beinahe gewonnen, wenn mein hinterlistiger Bruder mir nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte (Handelsstrasse verbaut). Ich war mir Sicher: Das Zeug was ich in der Apotheke bekommen hatte war eine Wundermedizin!

Der nächste Tag (heute) brachte die unvermeidliche Ernüchterung. Mir ging es schlimmer als zuvor, ich bestand quasi nur aus Schleim. Zu allem Überfluss bimmelten die bekloppten Kirchen ununterbrochen, so dass an Schlaf nicht zu denken war. Nur langsam gewann ich in meinem schleimigen Kopf die Erkenntnis, dass die Quacksalber von der Apotheke (bekanntlich mit der Pharmaindustrie unter einer Decke steckend) mich beschissen hatten.

Mittlerweile habe ich meinen Körper aufgerafft, und schleppe ihn wie ein ferngesteuertes Auto mit leeren Batterien durch die Wohnung, um alles in den Koffer zu quetschen was mit muss. Das Verhältnis von Kleidung zu Geschenken ist von Reise zu Reise deutlicher in Richtung Geschenke umgeschlagen, und dieses Jahr kommt Weihnachten noch oben drauf. Viele der Geschenke sind einigermassen zerbrechlich, und andere wiederrum ganz schön schwer (das halbe Dutzend Becksdosen z.B.)… Ich habe jetzt die Tageszeitungen der letzten 3 Monate als Füllmaterial verwendet… Ich hoffe mal ganz dringend dass ich am Zoll nicht kontrolliert werde, das könnte peinlich werden. 😀

Ich pendele im Moment zwischen Euphorie, Nervosität und totaler Abgeschlagenheit. Vorhin habe ich wie ein bekloppter eine halbe Stunde lang Klebeband gesucht, dabei Fingernägel gekaut und gehustet und geröchelt wie ein erkälteter Rohrspatz. Ich hoffe ich hab jetzt alles. In 3 Stunden fährt mein Zug. Alter, bin ich nervös! Und scheisse, wieso muss ich ausgerechnet jetzt so tierisch Krank werden?





FEIERABEND! FERIEN!

22 12 2007

Uff, das war knapp… Ich war schon kurz davor in der Firma Amok zu laufen. Ich kann keine Sitzsysteme mehr sehen… Ich sehe die Welt auch nur noch 2-Dimensional, meine 3D-Wahrnehmung ist komplett abgenutzt. Aber jetzt, ENDLICH, der wohlverdiente Urlaub.

Ein letzter, hoffentlich nicht zu stressiger Tag morgen, an dem noch Weihnachtsgeschenke gekauft werden, den Sonntag für Aufräumen und Packen. Naja, realistisch gesehen werde ich doch erst Dienstag anfangen zu Packen, und zwar 2 Stunden bevor mein Zug fährt und das Aufräumen wegrationalisieren. À propos wegrationalisieren: Die weihnachtliche Ankündigung von BMW ist doch mal nett, oder? Einen besonders freundlichen Weihnachtsgruß an die Vorstandsmitglieder – immerhin wirds die Aktionäre freuen.

Aber genug davon! Ich wünsche allen Daheimgebliebenen und -bleibenden ein frohes Fest und so, und den Reisenden (habe ich da Norwegen gehört?) mein tiefstes Mitgefühl, dem wunderschönen Deutschland den Rücken kehren zu müssen…

Mein nächstes Update kommt vor dem Flug, aus Frankfurt oder sogar Helsinki 🙂

bis denne,

Sebastian





In 10 Tagen gehts wieder los!

17 12 2007

Der Countdown läuft! Langsam wird es Zeit Geschenke zu besorgen, Koffer zu entstauben und mein Hirn auf „Ausland“ zu stellen. Endlich!

Meinen tollen neuen biometrischen Reisepass mit Fingerabdruck auf Chip gespeichert habe ich schon, Tickets (alle Elektonisch) sind alle da, der Reiseplan sieht ungefähr so aus:
Am 25.12. um zehn vor zwölf fährt mein Nachtzug nach Frankfurt. Von da aus gehts um 10h morgens nach Helsinki – Schnee, Dunkelheit, Nordlichter! Leider nur 3 Stunden Aufenthalt. Ich weiss gerade gar nicht wie lange ich von Helsinki dann nach Nagoya fliege, ich komme jedenfalls am Vormittag Ortszeit da an… Also gefühlte 2 Tage Reise. Hm. Irgendwann fahre ich mal mit dem Zug, wie ich mir das vor langer Zeit mal vorgenommen habe.

Allen Lesern und Kommentieren wünsche ich schonmal viel Spass beim lesen und kommentieren – und mir viel Spaß da unten und dass ich nicht schon wieder so spät mit Reisevorbereitungen anfange… 😀