Happy Birthday!

1 01 2008

…oder so…

Ich wurde mit einem ausgesprochen ausgiebigem und fischigem Fruehstueck verwoehnt und bekam danach gruenen Tee serviert. Im Hintergrund laueft der Fernseher mit sehr alberner Neujahrsunterhaltung (das muss wohl so sein), draussen schneit es!

Als ich gestern abgeholt wurde war das Wetter fuer Nagoyas Verhaeltnisse erstaunlich klar und sonnig, in der Sonne war es jedenfalls waermer als in der Wohnung. Wir fuhren ueber die japanische Autobahn (zweispurig, 100 km/h Geschwindigkeitsbegernzung) in den Norden, den Bergen entgegen. Das Radio hatte ein Tief angekuendigt, das aus dem japanischen Meer kam und in den Bergen haengengeblieben war. Als wir etwa eine Stunde auf dem grauen Band gefahren waren, dass sich durch majestaetische Berge und jahrtausende alte, von Vulkanaktivitaeten erschaffene Felsformationen schlangelte, rieselten in der Tat die ersten  Floeckchen vom Himmel, freilich ohne lange auf dem Asphalt zu ueberleben.  Doch als wir bald kuehlere Hoehen erreichten bleib der Schnee Sieger im ewigen Kampf zwischen Elementen und Menschentand. Aus dem Radio toente japanische Countrymusik, und wir schlidderten eher gemach durch die winterlichen Berglandschaften. Das monotone Surren des Automatikmotors und das ausgiebige Aus-dem-Fenster-schauen machte schlaefrig, und bald war ich eingenickt.

Als ich aufwachte war es dunkel, und die Winterlandschaft war den Haeusern, Strassen und Lichtern Kanazawas gewichen. Der Fahrer steuerte den Wagen gekonnt durch die engen Gassen, die zum Haus fuehrten, wo wir bald mit grossen Hallo begruesst wurden. Noch ein wenig schlaefrig gingen wir bald in das kleine Zimmer, wo wir kurzzeitig wieder einschliefen. Als wir erwachten, war das Essen fertig: Ein reiches Mahl aus Fleisch, Nudeln, und Fisch, in rohes Ei getunkt und unter lautem schluerfen und schmatzen verzehrt. Wir schauten das traditionelle Neujahrskonzert, in dem sich junge und alte Idols abwechselten. Da alles ohne Playback aufgefuehrt wurde gab es so manchen Anlass zur Heiterkeit, wenn eine junge Frau ein paar Toene dich deutlich verfehlte, aber umso groessere Anerkennung, wenn ein gealteter Star sicher blieb. Es traten sogar zwei Transvestiten auf, wenn auch diese traditionelle japanische Form des Rollenspiels nicht mit dem europaeischem Varietee verglichen werden kann, wird den Kuenstlern, die sehr wuerdevoll wirken, doch sehr grosser Respekt entgegengebracht.

Um halb 12 assen wir noch Soba, japanische Nudeln, wie man es zum Jahresende macht. Dann machten wir uns auf den Weg zum buddhistischem Tempel, wo wir mit dem Laueten einer schweren Glocke das Jahr verabschiedeten. Mir wurde vorher die Technik erklaert, so dass ich gut vorbereitet war, und der Glocke doch einen sehr lauten und langen Klang entlocken konnte:

Wir fuhren wieder nach Hause, und erlebte den Jahreswechsel im Auto. Wir zaehlten den Countdown runter, und riefen dann alle „Frohes Neues Jahr“ auf japanisch (hab leider vergessen wie es auf japanisch denn nun heisst).

Zuhause angekommen ueberreichte ich noch OMEYAGI (Geschenke). Der von mir mitgebrachte Gluehwein wurde mit interesse, nach meinem Empfinden aber doch eher pflichtbewusst getrunken… Was ich nicht veruebeln will, war ich doch selber nicht so richtig begeistert von dem Supermarktkauf.

Da Essen muede macht, und wir wirklich viel gegessen hatten, legten wir uns schon frueh ins Bett. Heute wartet ein neuer Tag eines neuen Jahres auf uns, es faengt vielversprechend an 🙂

Allen, die hier lesen (geschlechtsneutral formuliert!), wuensche ich ein wunderschoenes neues Jahr 2008! Es ist uebrigens das Jahr der Ratte, wie ich gestern lernte 🙂
Also, alles Gute aus Japan!

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8 responses

2 01 2008
viv

klingt nach einem sehr entspannten Neujahrsfest 🙂 feiern die Japaner alle so, oder gibt es da auch wilde Feten?
Wir ham hier übrigens die herrliche Aussicht bei Hendriks Freundin auf der Dachterrasse genossen (naja, Nihat war mehr damit beschäftigt, Panik zu haben, weil es arschglatt war und das Dach kein Geländer hatte…). Irgendwann sah man fast nur noch Rauch und ich fing auch schon an zu röcheln.

Frohes Neues Jahr 🙂
Vivien

2 01 2008
Anonymous

hehe, hoert sich auch gut an. in japan ist silvester enstpannt, weihnachten is mehr das partyfest. und auch wenn die hier nix mit dem christentum am hut haben gibt es auch eine woche nach heiligabend immer noch weihnachtskitsch ueberall.
gleich treffen yuko und ich ihre alten freundinnen aus kanazawa. ich bin mal gespannt ob ich die ganze zeit daneben sitze und mich langweile weil sie nur in japanisch und ueber die alten zeiten palavern oder ob fuer mich mehr rausspringt 😉

2 01 2008
sebastian

huch… das war ich, wollte eigentlich nicht anonym bleiben ^^

2 01 2008
Michael

moin und herzlichen Glückwunsch, kuckst du noch unter „was das hier“, hatte System noch nicht verstanden!

Prost auf 2008

Michael

2 01 2008
Jan

yay der rave!

ich nutze mal diesen unkonventionellen weg, um dir und allen anderen beste grüße von mir und sicher auch den anderen baggaluten zu überbringen!

also: viel spaß mit den grüßen

jan

3 01 2008
David

Ich schlaf ein, ich schlaf ein, ich schlaf ahaaahahahein, ich schlaf ahein, ich schlaf ein, ich schlaf ahahahaaahahein! -.-

3 01 2008
bernd

alles gute zum geburtstag. und das nächste mal bitte für eine bessere ausleuchtung in dem video sorgen, ja? will mal yuko sehen. grüß sie mal. 🙂

1 01 2010
Guten Rutsch aus dem frohen Neuen! « DER REISEBLOG!

[…] geschlagen wird. Ich hab auch einmal schlagen dürfen, wer sich ein Bild davon machen will, kann in diesem alten Blogeintrag mal gucken, der Tempel, die Glocke und die Uhrzeit sind die gleichen. Morgen gibts dann Geschenke, […]

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